TITERBESTIMMUNGEN und IMPFUNGEN im LABOR Doz. ENDLER

 

IMPFUNGEN:


Impfungen - auch als Schutzimpfungen bekannt - werden in aktive und passive Immunisierungen eingeteilt und dienen der Vorbeugung verschiedener Infektionskrankheiten.

Aktive Immunisierung:

Abgeschwächte, abgetötete oder fragmentierte Krankheitserreger werden in den Körper eingebracht mit dem Ziel das körpereigene Immunsystem aufzubauen.

Passive Immunisierung:

Ein sog. Impfserum wird injiziert welches die spezifischen Antikörper in hoher Konzentration enthält.

Verabreichung von Impfungen:

Die Verabreichung hängt vom Impfstoff und der Immunisierungsart ab.

Aktive Impfstoffe:

Werden unter Umgehung des Magen-Darm Traktes mit einer Spritze appliziert (parenteral). Die meisten aktiven Impfstoffe werden intrmuskulär, meistens im Oberarm, verabreicht.

Passive Impfstoffe:

Häufig in den Gesäßmuskel.

 

TITERBESTIMMUNGEN / Auffrischung:

Für die Erhaltung einer Langzeitimmunität gegen Infektionen nach der Grundimmunisierung sollten bei bestimmten Impfungen regelmäßige Auffrischungen folgen.
Um zu wissen ob dies nötig ist wird der sog. ANTIKÖRPERTITER bestimmt.

Nebenwirkungen:

Nebenwirkungen von Impfungen sind in der Regel sehr gering, könnten aber trotzdem auftreten in Form von Schmerzen, Spannung und Schwellung an der Injektionsstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen.

Schwangerschaft und Stillzeit:

Nach aktuellen Empfehlungen sind Impfungen mit Lebendimpfstoffen ab drei Monaten vor einer und während der gesamten Schwangerschaft kontraindiziert.

Fällige Impfungen der werdenden Mütter können mit Totimpfstoffen im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft bedenkenlos verabreicht werden. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten zum Ausschluss jeglichen Risikos für das Kind nur Tot-Impfungen vorgenommen werden, die individuell und dringend indiziert sind.

In der anschließenden Stillzeit sind Impfungen generell ohne Beschränkungen möglich.


FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)

Die FSME gehört zu den Viruserkrankungen und wird durch Zecken übertragen. Eine Mensch-zu-Mensch Infektion ist nicht möglich.
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Zeckenbiss und Ausbruch der Krankheit) liegt zwischen 2 und 28 Tagen.

Die Erkrankung verläuft in zwei Phasen:

Phase 1: grippeähnliche Symptome mit Fieber

Phase 2: Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute
(Meningoenzephalitis)

Mögliche bleibende Schäden einer Meningoenzephalitis sind Lähmungen, häufige Kopfschmerzen oder Migräneanfälle. In bis zu 2 % der Fälle kann die Meningoenzephalitis tödlich enden.

Österreich gehört zu den Risikogebieten weshalb eine FSME-Impfung ratsam ist.

Impfschema: 3 Teilimpfungen


1. Teilimpfung
2. Teilimpfung folgt 4 Wochen nach der 1. Teilimpfung
3. Teilimpfung folgt 12 Wochen nach der 2. Teilimpfung

3 Jahre nach der 3. Teilimpfung sollte die erste Auffrischungsimpfung erfolgen. Weitere Auffrischungsimpfungen sind alle 5 Jahre notwendig.

Beobachtungen haben ergeben, dass die Krankheit bei älteren Patienten schwerer verläuft, weshalb Patienten ab dem 60. Lebensjahr alle drei Jahre Auffrischungsimpfungen erhalten sollten.

An Hand der im Blut vorhandenen Antikörper kann der sog. TITER bestimmt werden. Je nach Höhe des Titers muss nachgeimpft werden oder nicht.


Hepatitis A

Die Hepatitis A zählt zu den RNA-Viren und wird über den fäko-oralen Weg übertragen. Als Infektionsquelle gilt der Mensch.
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Krankheitsausbruch) beträgt 3 bis 6 Wochen.

Das Krankheitsbild beginnt mit uncharakteristischen Allgemeinbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Müdigkeit.

Besonders bei Kindern (aber nicht ausschließlich) kommt es zum sog. Ikterus (Gelbsucht, Gelbfärbung der Augen und Haut) wobei die oben beschriebenen Grippe ähnlichen Symptome eher mild auftreten.

Die Hepatitis A verläuft - im Gegensatz zur Hepatitis B und C - nicht chronisch und heilt nach einer mehrwöchigen Erkrankungsphase komplett aus.

Die Diagnose der Hepatitis A erfolgt serologisch indem man im Blut nach Immunglobulinen (Ig) sog. Hep A IgG und IgM sucht.

Die derzeit im Handel erhältlichen Impfstoffe sind sog. „Totimpfstoffe", d. h. abgetötete Viren werden verabreicht.

Die reine Hepatitis A Impfung wird zwei Mal im Abstand von 6 - 12 Monaten verabreicht. Kombinierte Hepatitis A und Hepatitis B Impfstoffe werden drei Mal injiziert. Ein Monat nach der ersten Impfung erfolgt die zweite Impfung, nach 6 - 12 Monaten die Dritte.

Obwohl man davon ausgehen kann, dass nach der 2. Teilimpfung der Schutz lebenslang hält, ist eine sog. Titerprüfung nach 10 Jahren ratsam.


Hepatitis B

Die Hepatitis B ist - wie alle Hepatitiden - eine Entzündung der Leber. Erreger ist das Hepatitis B Virus (HBV). Als Infektionsquelle gilt ausschließlich der Mensch. Die Übertragung erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Speichel, Blut oder Samenflüssigkeit.
Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 12 Wochen.

Der Krankheitsverlauf ist dem der Hepatitis A ähnlich (siehe oben) dauert aber zwischen 2 und 12 Wochen.

Anders als bei der Hepatitis A kann es bei der Hepatitis B in bis zu 1 % der Erkrankten zu chronischen Verläufen kommen.

Die Diagnose wird wie bei der Hepatitis A serologisch bestimmt.

Die Immunisierung folgt üblicherweise zwei Mal im Abstand von einem Monat. Nach 6 Monaten folgt die Auffrischung.

Die Schutzdauer kann zwischen Monaten und Jahren variieren und sollte mittels Titerbestimmung festgestellt werden.

 

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