OSTEOPOROSE

 

Osteoporose ist ein volksgesundheitliches Problem und tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Sie zählt zu den systemischen Skeletterkrankung. Aufgrund einer verminderten Knochenfestigkeit und einer Veränderung der Mikroarchitektur des Knochengewebes kommt es zu einem erhöhten Frakturrisiko. Grundsätzlich entsteht die Osteoporose durch ein Missverhältnis zwischen dem Knochenanbau und-abbau.

Der Knochenstoffwechsel wird durch viele Faktoren beeinflusst und gesteuert: Hormone wie Kalzitonin, Parathormon (PTH), Vitamin D sowie Östrogen und Testosteron. Östrogen und Testosteron spielen bei beiden Geschlechtern eine wichtige Rolle. Beim Fehlen dieser sogenannten Sexualhormone überwiegt sowohl bei der Frau als auch beim Mann der Knochenabbau. Deshalb wird die Osteoporose häufig als eine postmenopausale oder altersbedingte Folgeerscheinung dargestellt. Bemerkenswerter Weise kommt gerade dem Östrogenmangel eine wichtige Rolle in der Entstehung der Osteoporose bei Männern zu.

Die Postmenopause ist der Lebensabschnitt der Frau, der die Menopuase folgt. Die Osteoporose wird bei der postmenopausalen Frau in zwei Phasen eingeteilt: in den ersten 5-10 Jahren nach der Menopause wird eine rasche Abnahme der Knochendichte beobachtet. In der zweiten Phase nimmt die Knochendichte langsamer aber kontinuierlich ab. Im Unterschied zu den Frauen, wird bei Männern nur die zweite Phase beobachtet, dass heißt, dass meistens keine rasche Knochendichteabnahme festgestellt wird.

Die Phase des raschen Knochendichtenverlustes bei der Frau kann vor allem durch die rasche Abnahme der Östrogenspiegel im Klimakterium erklärt werden. Der östrogenbedingte osteoprotektive (= Konochenschützender-Effekt) Effekt, der den Knochenabbau physiologisch vermindern würde, entfällt;

Ein auch wichtiger Faktor ist der Vitamin D Mangel, der im Alter sehr häufig beobachtet wird. Ein Grossteil des Vitamin D-Bedarfs wird durch Sonnenbestrahlung der Haut bedeckt. Ursachen eines Vit. D-Mangel können deshalb eine verminderte Sonnenexposition aber auch eine einseitige Ernährung und eine Einschränkungen der Nierenfunktion sein. Vor allem in Ländern wo der Winter („Sonnenlosetage") lange dauert kann man einen Vitamin D-Mangel erkennen. Als Folge des Vitamin D-Mangels wird in der späteren (langsamen) Phase des Knochenverlustes ein Anstieg der PTH-Spiegel beobachtet. In der Folge kommt es zu einer weiteren Störung des Gleichgewichtes zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau.

Regelmäßige körperliche Aktivität und ausreichendes Sonnenlicht schützt vor Knochenschwund. Auch eine tägliche Aufnahme von 1 gram Calcium trägt zur Prävention von Osteoporose bei.

Medikamentös können Osteoporosen mit sogenannten Bisphosphonate oder selektive Östrogen-Rezeptor Modulatoren, unter anderen, therapiert werden. Neue Studien haben gezeigt das sogenannte RANKL-Blocker auch zur Verminderung von Osteoporose führen könnte.